Bedeutung von Vorbeugung und Früherkennung

Über 46 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer waren am Mittwoch, 22. April 15, in den kleinen Saal des Kultur- und Medienzentrums der Stadt Pulheim auf Einladung der Senioren-Union gekommen, um den stellv. ärztlichen Direktor des Malteser Krankenhauses St. Hildegardis,  Dr. med. Jochen Gerd Hoffmann, zum Thema „Früherkennung und Vorbeugung bei Demenz“ zu hören. Dr. Hoffmann ist Chefarzt für Akutgeriatrie, Zentrum für Altersmedizin und Demenz und Facharzt für Innere Medizin, Klinische Geriatrie, Physikalische Therapie, Palliativmedizin und Ernährungsmedizin.
 
Nach den allgemeinen Informationen über die Prognose der Demenzprävalenz in Deutschland, über die Ursachen und Symptome einer beginnenden Demenz und den Erkrankungsverlauf erläuterte der Fachmann die Demenz-Diagnostik und die verschiedenen Testverfahren insbesondere den Uhrentest, der seiner Meinung nach in jeder Arztpraxis durchgeführt werden kann. Kritisch sah er die Behandlung mit Medikamenten, da hier die Nebenwirkungen enorm sind und der positive Effekt oft nur vorübergehend ist.
 
Ein Schwergewicht legte Dr. Hoffmann auf die „Nichtmedikamentöse Therapie der Demenz“. Besondere Bedeutung haben hier die multidimensionalen Interventionen, die auf einer Schulung und Unterstützung der betreuenden Angehörigen basieren und den höchsten Evidenzgrad haben. Auch Maßnahmen wie: kognitives Training, kognitive Stimulation, ADL-Training, Verhaltenstherapie, Gruppentherapie etc. haben einen hohen Evidenzgrad.

Die Präventivmaßnahmen im Alter: Sport, richtige Ernährung, soziale Kontakte „Gehirnjogging“  (lebenslanges Lernen), führen schon nach wenigen Monaten zur Zunahme der grauen Substanz, zu erhöhter Blutversorgung des Gehirns, zur Zunahme der Synapsen und zur Entwicklung neuer Nervenzellen.

Zusammenfassend stellte Dr. Hoffmann als wirksamstes Vorbeugung von Demenz fest: „Je länger Menschen aktiv im Leben stehen, je länger sie anspruchsvollen Tätigkeiten nachgehen, je länger sie sich herausgefordert fühlen, desto länger scheint es zu gelingen, Verfallsprozesse wie die Demenz hinauszuzögern.“


Dr. med. Hoffmann bei der Präsentation seines Vortrages


Dr. med. Hoffmann (Mitte) mit einigen Vorstandsmitgliedern der Senioren-Union Pulheim