Wie kann in Pulheim eine generationengerechte Stadtentwicklung gelingen, die sowohl den Bedürfnissen einer wachsenden Zahl von Senioren gerecht wird als auch für junge Menschen ein attraktives Umfeld schafft? Diese Frage stand im Mittelpunkt des „Pulheimer Generationengesprächs“, zu dem die Senioren Union und die Junge Union für den 10. September 2016 ins Schützenhaus eingeladen hatten.

„Das Ziel ist klar: Pulheim soll auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt bleiben – und zwar für alle Generationen“, betonte Siegbert Renner, Vorsitzender der Senioren-Union des Rhein-Erft-Kreises, in seiner Begrüßungsansprache. Was diese Forderung für ältere Menschen bedeutet, erläuterte Landtagsabgeordneter Christian Möbius. Dabei stellte er den weit verbreiteten Wunsch heraus, bis ins hohe Alter selbständig in der vertrauten Umgebung zu leben. Dies bedeute allerdings, dass bis 2020 rund 3 Millionen Wohnungen barrierefrei umgestaltet oder neu errichtet werden müssten. Dazu verwies Möbius auf eine Reihe von öffentlichen Fördermöglichkeiten. Darüber hinaus empfahl der Abgeordnete, den Blick über die einzelnen Wohnungen hinaus auf das gesamte „Quartier“ als vertrautes Wohnumfeld zu richten und solche Quartiere altersgerecht zu gestalten.

Welche Schwerpunkte Pulheim bei der altersgerechten Stadtentwicklung setzt, berichtete der Technische Beigeordnete Martin Höschen. Im Bereich „Wohnen“ setze die Stadt auf den Ausweis zusätzlicher Baugebiete für barrierefreien mehrgeschossigen Wohnungsbau – etwa im Bereich Pulheim-Süd oder an der Langgasse in Brauweiler. Aber auch der barrierefreie Umbau von Innenstadt-Wohnungen in Pulheim solle vorangetrieben werden. Ein zweiter Schwerpunkt sei die Sicherung wohnortnaher Einkaufsmöglichkeiten, wie etwa beim REWE-Markt in Stommeln. Und schließlich sei auch die Steigerung der Mobilität älterer Menschen ein zentrales Ziel – beispielsweise durch Verbesserungen beim ÖPNV-Angebot oder durch Absenkung der Bordsteine. Dazu ergänzte Rolf Behrmann, Vorsitzender des Seniorenbeirats der Stadt Pulheim, der Beirat habe beantragt, in den nächsten Jahren deutlich mehr Mittel für solche Absenkungen im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung zu stellen.

Als jüngster Referent griff Sebastian Nellesen, 26 Jahre alt und Mitglied des Stadtrats, diese Forderung als Beispiel dafür auf, dass die Interessen der jungen und älteren Generation durchaus in dieselbe Richtung gehen könnten: So komme die Absenkung von Bordsteinen nicht nur älteren Menschen, sondern auch jungen Familien mit Kinderwagen oder Inline-Skatern zugute. Auch eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs sei im Interesse aller Altersgruppen. Um dem auffallend starken Wegzug junger Menschen aus Pulheim entgegenzuwirken, schlug Nellesen unter anderem vor, Jugendlichen zusätzliche Begegnungsräume zur Verfügung zu stellen, die Ansprache junger Menschen über Sport- und Freizeitmöglichkeiten durch soziale Medien zu verstärken und Jugendliche umfassend nach ihren Wünschen zu befragen. Außerdem regte Nellesen an, neben Wohngebieten für junge Familien auch Wohnungen für Studierende in der Nähe des Bahnhofs oder Walzwerks zu errichten. Im Mittelpunkt der abschließenden Diskussion, die von Markus Lingen von der Konrad-Adenauer-Stiftung moderiert wurde, standen unter anderem Modelle des Mehr-Generationen-Wohnens.