Am Dienstag, 15.07.2014 war die CDU-Senioren-Union Pulheim  gestartet, um die Kölner Häfen zu besichtigen. Doch schon am Bahnhof Pulheim fragte man sich, ob die Halbtagestour überhaupt durchgeführt werden könne.  Um 15.00 Uhr sollte unmittelbar an der Mülheimer Brücke eine 20-Zentner-Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg entschärft werden.  Ab diesem Zeitpunkt sollte auch der gesamte Schiffsverkehr auf dem Rhein  unterbrochen werden.  Aber bis dahin war ja noch viel Zeit.
Bereits um 13.30 Uhr legte das Schiff Richtung Köln-Mülheim ab. Der gesamte Schiffverkehr ruhte schon – der ganze Rhein  gehörte nun der MS „RheinCargo“ und den Senioren.  Es war fürwahr eine „Bombenstimmung“ an Bord.
 

Während der Fahrt erfuhren  die Teilnehmer viel Wissenswertes über die Kölner Häfen und nebenbei auch über die Geschichte Kölns. Wegen der Bombenentschärfung schipperte die MS „RheinCargo“ zunächst zum Niehler Hafen. Hier erlebte man den Container-Umschlag, sah das Beladen von Schiffen mit Schrott – man spricht hier von Sekundarrohstoffen – und das Entladen von Autozubehörteilen für die nahen Ford-Werke. Für Ladungen, die keinen Regen vertragen – wie beispielsweise die Riesenpapierrollen für den Stadt-Anzeiger oder die Rundschau – sind große, zur Wasserseite offene Hallen gebaut, deren Dächer bis über die Wasserkante reichen. Enorm, welche Lasten die Krane heben und transportieren können. In riesigen Lagerhallen können die Waren zwischengelagert werden. Da das Hafengelände noch innerhalb der 800 m-Radius-Gefahrenzone der Bombe liegt, war es kurzfristig hier relativ ruhig. Ansonsten herrscht durch den Warenanlieferverkehr und den Abtransport von Schüttgut, Stückgut und Containern reger Fahrzeugverkehr. Ein eigenes Schienennetz betreibt die Hafengesellschaft mit großem Fuhrpark und vielen starken Dieselloks. Rechnet man alle Kölner Häfen zusammen, ist Köln der zweitgrößte Binnenhafen Deutschlands hinter Duisburg  (den hatten die Senioren im vergangenen Jahr besichtigt.)

Da sich die Entschärfungsarbeiten verzögerten, war es zeitlich  möglich, auch in den Mülheimer Hafen einzufahren. Hier können auf einer Werftanlage Schiffe gebaut und repariert werden. Vorbei am Rheinauhafen, dem Schokoladenmuseum und den Kranhäusern ging es stromaufwärts bis zur Südbrücke und dann zurück – vorbei am Deutzer Hafen  bis zum Anleger 10 an dem Opernzelt am  Konrad-Adenauer-Ufer.
Die Deutsche Bahn brachte die 45 Seniorinnen und Senioren am späten Nachmittag wieder wohlbehalten zurück nach Pulheim. Einstimmig war man der Meinung, an diesem Tag viel Wissenswertes gehört und viel Interessantes gesehen zu haben.
Jetzt freuen sich die Senioren schon auf das nächste Montagsfrühstück und die nächste Tagesexkursion.

Text: Wolfgang Lechner                         Bilder: Siegbert Renner